Adventsfahrt nach Pirna und Berggießhübel

Vom 05. bis zum 07.12.2014 führte die disjährige Adventsfahrt die Münchner Vereinsfreunde wieder nach Sachsen / Dresden. Die erste Etappe führte nach Lepzig, wo die Stätten der friedlichen Revolution besucht werden sollten.

Am Samstag erfolgte ein kurzer Besuch der Weihnachtsmärkte in Dresden, bevor nach dem Mittagessen das erste Zusamentreffen zwischen den Dresdner und den Münchner Vereinsfreunden erfolgt. Die Münchner fuhren mit ihrem Bus und die Dresdner mit einem eigenen Bus, zuerst nach Pirna, wobei der Weg so gewählt wurde, dass auf Wunsch der Gäste in Dresden die Waldschlösschenbrücke befahren wurde..Dann ging es über Bühlau, die Grundstrasse und Pillnitz nach Pirna. Nach einem kurzen Spaziergang vom Elbeparkplatz durch die Innenstadt und über den Pirnaer Weihnachtsmarkt ging es zur Stadtkirche Pirna, der dreischiffigen Hallenkirche St. Marien.Im Rahmen einer umfangreichen Führung wurde uns die Geschichte der Kirche im Kontext mit der deutschen und der sächsischen Geschichte, sowie interessanten Details des Innenraumes und die Geschichte des Altares nahegebracht. Das Interessante an dieser Kirche ist, dass ihr Innenraum nahezu unverändert in den Originalfarben ihrer Erbauung in der Jahren 1502 bis 1546 erstrahlt.

Das Deckengewölbe der Kirche wird von acht schlanken achteckigen Pfeilern getragen und enthält waghalsige verspielte Elemente wie die in den Raum ragenden Spiralrippen (Schleifenrippen), Hobelspanrippen und zwei. Astrippen.

Den Renaissance-Sandsteinaltar gestaltete 1611 Michael Schwenke. Neben dem zehn Meter hohen Altarretabel gehört zur Ausstattung der bereits von Goethe bewunderten Taufsteins von 1561 mit 26 kleinen Kinderfiguren am Fuß und der Darstellung von Sintflut, Zug durchs Rote Meer, Jesu Taufe durch Johannes den Täufer und die Fußwaschung auf der Cuppa. Diese vier Szenen stellen die Sündenvergebung und Wiedergeburt durch die Taufe dar. Die Kanzel stammt von 1543.

Danach ging es weiter ins Osterzgebirge nach Bergießhübel. Dort wurden wir bereits im Empfangsgebäude des Marie-Louise-Stollens erwartet. Nach kurzer Wartezeit, in der wir das kleine Museum besichtigen konnten, bzw. das Gelegenheit zu Gesprächen zwischen Münchner und Dresdner Vereinsfreunden bot, wurden wir eingekleidet (behütet) und in Gruppen  eingeteilt. Diese wurden dann durch den Hauptstollen ca. 600 m geführt und erfuhren in diesen 45 Minuten sehr viel Interessantes über die Geschichte dieses Bergwerkes, dessen Ursprung auf die Zeit im 14. Jahrhundert zurückging.

Unter der maßgeblichen Initiative des magdeburger Fabrikanten und Eisengießers Hermann Gruson begann in den Jahren 1870 - 75 die intensivste Abbauperiode von Eisenerz im Berggießhübeler Revier. Der Abbau konzentrierte sich auf den nun Marie Louise Stolln genannten ehemaligen Friedrich Erbstolln, welcher umfassend Instand gesetzt und baulich erweitert wurde. Dabei erhielt das Mundloch seine heutige Gestalt mit der an Grusons älteste Tochter Marie Louise erinnernden Inschrift.

Infolge Erschöpfung der Erzlager erfolgt 1892 die weitgehende Einstellung des Abbaus im gesamten Berggießhübeler Revier.

2003 werden der Marie Louise Stolln und das Scheidehaus saniert und zum Besucherbergwerk hergerichtet welches dann 2006 eingeweiht wird.

Das Ziel der Führung durch das Bergwerk war dann der unterirdische See, an dessen Ufer gemütliche Sitzgelegenheiten aufgebaut waren. Hier am See wurde dann eine Mettenschicht celebriert, die früher die letzte Schicht vor Heilig Abend war.

Dort wurden dann Glühwein, Knacker, Kartoffelsalat saure Gurken gereicht. Dazu gab es eine kleines kulturelles Programm mit alten und neuen Geschichten und Liedern.

 

Hier stellern wir Ihnen einen Film und Bilder unseres Vereinsmitgliedes Holger Buding vor, der anläßlich der Vereinsfahrt nach Dresden gemacht worden war:

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Texte:     LH

Fotos:    LH   (soweit nicht anders gekennzeichnet)

Fotos und Film: HB