Brunnenführung durch Dresden-Friedrichstadt

17.September 2014

 

Eröffnet wurde unser Spaziergang durch Dresden-Friedrichstadt mit einer Besichtigung des Marcolinipalais, dem heutigen Haupteingang des Friedrichstädter Klinikums. Die Grundstruktur des Bauwerks stammt aus dem Jahr 1728. Entscheidende Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen wurden durch den Kabinettsminister und Direktor der Porzellanmanufaktur Meißen, Camillo Marcolini um 1778 vollzogen. Frau Hunger vom Bereich Öffentlichkeitsarbeit des Friedrichstädter Krankenhauses zeigte uns auch die Räume des berühmtesten Besuchers des Hauses. Im chinesischen und pompejanischen Zimmer wohnte Napoleon im Sommer 1813 längere Zeit. Die Zimmer sind phantastisch restauriert.

 Im Klinikgelände zeigte uns anschließend Herr Grundmann den Ende des 17. Jahrhunderts entstandenen Küferbrunnen und die Parkanlage selbst.

Höhepunkt waren die Besichtigung und Erläuterungen des Neptunbrunnens. Dieser gehört zu den bedeutendsten europäischen Brunnenanlagen des 17. Und 18. Jahrhunderts. Er wurde 1745/1746 vollendet. Die 48 Meter breite barocke Brunnenanlage gipfelt in einer dreigeschossigen Kaskade. Das Zentrum bildet ein Muschelwagen, der von zwei Hippokampen gezogen wird. Auf ihm steht Neptun. Seitlich sitzt seine Gattin Amphitrite.

Von 2009 bis 2013 wurde die Brunnenanlage sehr aufwendig konserviert und restauriert. Dabei wurde unter Leitung von Herrn Grundmann auch die Wasserführung, also die technische Anlage, restauriert und z. T. erneuert. Diese Arbeiten erläuterte er uns sehr anschaulich an vielen Details. Seine Begeisterung für dieses Bauwerk und die Technik sprang dabei schnell auf die mehr als 20 Teilnehmer über. Bauwerk, Technik und funktionierende Wasserspiele beeindruckten alle.

Im Anschluss führte uns Herr Eberhard Grundmann durch einige neu gestaltete Innen- und Hinterhöfe an der Friedrichstraße und machte uns mit kleinen Brunnen und ihrer Geschichte bekannt.

Danach versammelten wir uns im Restaurant Cafe Friedrichstadt. Neben vielen Gesprächen berichtete auch hier Herr Grundmann über weitere Details zur Dresdner Stadt- und Brunnengeschichte.

Besonderer Dank für den Nachmittag gilt unserem Vereinsmitglied Herrn Bieganski, der das alles organisiert hat. 

 

Texte:     LH

Fotos:    LH   (soweit nicht anders gekennzeichnet)