Vereinsfahrt in den Landkreis München

5. Juni 2015

Am Freitag gegen Mittag trafen sich 15 Vereinsfreunde aus dem Raum Dresden, um mit zwei Kleinbussen nach Grasbrunn, im Landkreis München, zu fahren.

Dort bezogen wir im Jagermo Hotel Garni unsere Zimmer, besichtigten mit einem kurzen Spaziergang den kleinen Ort und trafen uns dann bei einem ausgiebigen Abendessen mit drei Gängen:

- einer schmackhaften Leberknödel-Vorsuppe

- Rinderbraten aus eigener streng biologischer Aufzucht, Semmelknödel und diversen Salaten

- und dem legendären Apfelstrudel mit Vanillesoße als Nachtisch.

Bei angenehmen Gesprächen verging der Abend sehr schnell.

6. Juni 2015

Ein Schiff der Starnberger Flotte

Am nächsten Tag fuhren wir mit der S-Bahn zuerst nach Starnberg am See. Dort stiegen wir auf ein Motorschiff, mit dem wir nach Bernried fuhren. Dort wanderten wir dann zu dem bekannten Buchheim-Museum.

Lothar-Günther Buchheim (geb. 6. Februar 1918 in Weimar, gest. 22. Februar 2007 in Starnberg) war Maler, Fotograf, Verleger, Kunstbuch- und Romanautor, Filmemacher, Sammler und Gründer des „Buchheim Museums der Phantasie“ in Bernried am Starnberger See.

1939 begann Buchheim sein Studium an der Dresdener Kunstakademie mit Hilfe eines Staatsstipendiums. Sein inoffizieller Lehrer, Wilhelm Rudolph, wurde bald darauf aus der Akademie „entfernt“. 1940 setzte Buchheim sein Studium bei Hermann Kaspar an der Kunstakademie in München fort. Im Herbst desselben Jahres wurde er zur Kriegsmarine eingezogen und wurde Kriegsberichterstatter. Als solcher war Buchheim von Stützpunkten in der Bretagne auf Zerstörern, Vorpostenbooten und anderen Schiffen der Kriegsmarine eingesetzt und schließlich einer Unterseeboots-Flottille zugeteilt. In den Kriegsjahren entstanden Hunderte von Zeichnungen, Aquarellen und Fotografien, außerdem Buchmanuskripte. 1943 erschien im Suhrkamp-Verlag „Jäger im Weltmeer“, der Bericht einer U-Bootsunternehmung mit Buchheims Fotografien. Nach der Landung der Alliierten wurde Buchheim an die Normandiefront kommandiert. Kurz vor dem Durchbruch der Alliierten bei Avranches gelangte er wieder zur 6. U-Flottille in Brest und erlebte hier die Einzingelung und Belagerung. Mit dem vorletzten U-Boot entkam Buchheim aus dem belagerten Brest. Letzter Kriegseinsatz in Norwegen.

Ab 1968 nahm Buchheim die Arbeit an dem Manuskript einer U-Bootunternehmung wieder auf, die ihn seit Kriegsende beschäftigte. 1971 begann er mit der Endfassung des Romans „Das Boot“.

1973 erschien Buchheims Roman „Das Boot“ und wird mit mehreren Millionen Auflagen und in 30 Sprachen übersetzt, zum Welterfolg. 1981 erfolgte die Verfilmung durch Wolfgang Petersen („Goldene Kamera“ 2007). Buchheim kommentierte Petersens Verfilmung 1981 („Der Film 'Das Boot' “). Weitere Bücher Buchheims, die den Seekrieg thematisieren: „U-Boot-Krieg“ (1976), „U 96. Szenen aus dem Seekrieg“ (1981) , „Die U-Boot-Fahrer“ (1985), „Zu Tode gesiegt“ (1988).

Quelle: http://www.buchheim-museum.de/

Danach ging es zurück zum Hotel. Nach einer kurzen Pause zum Frischmachen und zum Umziehen fuhren wir nach Keferloh. Dort befindet sich die Nebenkirche ST. AEGIDIUS, eine kleine Kirche mit einer sehr langen und bewegten Geschichte.

wAusgewählte Daten zur Bau- und Kunstgeschichte:

1158:                     Erwerbung zweier Höfe in Keferloh vom Bischof von Freising durch das Prämonstratenkloster Schäftlarn

Um 1170 - 1173:   Errichtung der Kirche durch das Kloster Schäftlarn - zeitgleich 1. Phase der Ausmalung (Apsis)

1.9.1173:                Weihe der Kirche durch den Freisinger Bischof Albert von Harthausen

Um 1220/1230:      2. Phase der Ausmalung (Kirchenschiff und Überarbeitung der Apsis)

Um 1400:                Erhöhung des Dachstuhls unnd Aufstockung des Turms

1603 - 1606:            Renovierung und Neuausstattung (Gestühl, Kanzel, Tafelbilder)

17. Jh.:                     tiefgreifender Umbau der Kirche - Abmauerung der Apsis als Sakristai, neue Fenster- und  Türöffnungen. Einzug eines Torbogens

2.8.1725:                  Weihe zweier Seitenaltäre

1804:                        Verkauf der Kirche an die beiden Keferloher Hofbesitzer  "gegen Unterhaltung des Dachstuhls und des Gemäuers"

1884-1886                  Freilegung der Apsisfresken durch Maler Otto Hupp, Schleißheim

1896                            Erneuerung von Dachstuhl und Eindeckung

1930                            Einsturz des Apsisdaches - Eindeckung mit Blech

1934                            Außenrenovierung

1964                            Übereignung der Kirche an die Erzdiözese München und Freising als Nebenkirche der Pfarrei Putzbrunn

1964 - 1969                  Renovierung und Reromanisierung unter Leitung des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege (Walter Haas) - umfangreiche statische Maßnahmen, Abbruch sämtlicher barocken Einbauten, vollständige Entfernung der barocken Ausstattung, Absenkung und Erneuerung des Fußbodens, Freilegung der alten Fensteröffnungen, Rekonstruktion des romanischen Portals, Entfernung des Emporeneinbaus, weitere Freilegung von Malereien durch Peter Pracher, Würzburg

1984                               Neudeckung des Apsisdaches

2002 - 2013                     Gesamtrestaurierung mit Neubau der Sakristai und Wiederbelebung des Friedhofs

1.9.2013                          Wiedereröffnung und Altarweihe durch den Erzbischof von München und Freising Reinhard Kardinal Marx

Anhand dieser kurzgefassten Bau- und Lebensgeschichte dieser kleinen und "ältesten, originalsten und einzigen romanischen Kirche Münchens" kann man ermessen, wieviel gemeinschaftlicher Bürgersinn, organisiert in einem äußerst engagierten und einsatzbereiten Förderverein, dazu gehört, diese der Vergessenheit drohenden Kirche zu entreißen.

An dieser Stelle sei noch einmal Frau Riess vom Förderverein St Aegidius gedankt, die mir umfangreiches Material zur Geschichte der Kirche St Keferloh zur Verfügung gestellt hat.

Es war ein Bedürfnis des Freundeskreis Dresdner Land e.V., diesen Förderverein ein weiteres Mal mit einem Benefizkonzert zu unterstützen.

Das Ensemble "ClarinoVoce" aus Dresden mit den Solisten Johannes G. Schmidt, Bass, Ronald Kick, Trompete, Cornetto und nicht zuletzt Prof. Sabine Klinkert, Cembalo, brachten musikalische Kostbarkeiten des Barock zur Aufführung.

Quelle: Dokumentation des erzbischöflichen Ordinariats München, Ausgabe 1_2013

Programm "Musikalische Kostbarkeiten des Barock"
Programm.PDF
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Beachtenswert ist, daß Frau Prof. Klinkert extra für dieses Konzert aus Dresden ihr Cembalo und ihre Orgel mitgebracht hat!

Pressemitteilung des Fördervereins Kirche St. Aegidius Keferloh e.V.
Pressemitteilung.PDF
PDF Datei [123.1 KB]
Die Schirmherren und Veranstalter (Foto F.Meschenmoser)

Von links: Dr. Thomas Pfeiffer, Vorsitzender des Vereins "Freundeskreis Dresdner Land e.V."

                  Wolfgang Bräunig, Schatzmeister des Vereins "Freundeskreis Dresdner Land e.V."

                   Roswitha Riess, Vorsitzende des Fördervereins St Aegidius

                   Christoph Göbel, Landrat Landkreis München

                    Paul B. Blum, Vorstandsmitglied des Vereins "Freundeskreis Dresdner Land e.V."

7. Juni 2015

Am Sonntag vormittag stand noch eine Stadtführung in München auf dem Programm, die in bewährter Weise durch unseren Vereinsfreund Willi Wolf durchgeführt wurde. Wir erfuhren teils Bekanntes (und wieder Vergessenes) und teils Neues über Bauwerke, Orte und Begebenheiten aus der Geschichte  Münchens, insbesondere des Zentrums der Landeshaupstadt.

Pünktlich um 11:30 Uhr mußten wir uns im Restaurant "Weißes Bräuhaus einfinden" um noch vor 12:00Uhr unsere Weißwürste zu bestellen.

 

Nach diesem gemeinsamen Abschluß des Veranstaltungsprogramms fuhren die Dresdner Vereinsfreunde wieder zurück in die Heimat. Damit  endeten drei ereignisreiche und interessante Tage. Sie waren gekennzeichnet, durch viele gemeinsame Unternehmungen.  Wieder einmal wurde bewiesen, daß trotz der Entfernung zwischen München und Dresden ein echtes Vereinsleben möglich ist.

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An dieser Stelle sei allen gedankt, die an dem Gelingen beteiligt waren:

- den Vereinsfreunden, die sicher und schnell die beiden Kleinbusse zwischen Dresden und München hin und her gelenkt haben

- Herrn Blum und Herrn Bräunig, die das umfangreiche Programm in München Stadt und Landkreis mit Ideen und Planungen organisiert haben

- dem Förderverein Kirche St Aegidius Keferloh e.V.

- dem Ensemble "Clarino Voce" mit seinem Programm "Musikalische Kostbarkeitendes Barock"

- dem Landkreis München, der sich mit an der materiellen Sicherstellung beteiligt hat.

- allen anderen nicht genannten, die an Vorbereitung und Durchführung des Programms beteiligt waren

Texte:     LH

Fotos:    LH   (soweit nicht anders gekennzeichnet)